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Veröffentlicht am 11. Januar 2012 | von Christoph Stachowetz

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Jahrescharts der Redaktion 2011: Games!

Ja, es hat etwas gedauert, aber gut Ding braucht Weile – wie man so zu sagen pflegt. Vor allem im Angesicht der überraschend hochqualitativen Spieleflut des vergangenen Quartals wurden bzw. werden immer noch Unstimmigkeiten in den Redaktionsräumlichkeiten nach besten Action-RPG Traditionen ausgefochten (Streitaxt gegen Kriegshammer, Schreien vs. Ignorieren, etc…). Hier nun also unsere Jahrescharts 2011 für den Bereich Games…

God of War Collection Volume 2

Kaum zu glauben: Da wird das Spielerherz mit Vollständigkeit in Sachen “God of War”-Kanon verwöhnt und niemand scheint sich dafür zu interessieren! Stell dir vor es ist Krieg und niemand nur Kratos geht hin! Zugegeben: Hier wurden “nur” die beiden (exzellenten) PSP-Teile der Rachesaga des dauergrantigen Spartaners neu aufgelegt, jedoch sind diese in einer derart hohen Qualität (und dabei sei vor allem das umwerfende “Ghost of Sparta” von 2010 hervorzuheben), das durch den schon anfangs reduzierten Preis mehr Käufer anzulocken gewesen wären. Die Zeichen für ein “Final Fantasy VII”-Remake stehen so aber schlecht, meine Damen und Herren!

El Shaddai: Ascension Of The Metatron

Wer kennt eigentlich noch den PS2- (und mittlerweile wohl auch Wii-) Klassiker “Okami”? Bei besonders innovativen Spielen, die neben gekonnt implementiertem Gameplay vor allem durch ihre dichte Atmosphäre und tolle Grafik bei Kritikern rund um den Globus punkten konnten, allerdings durch schlechte Verkäufe ins Abseits befördert wurden, muss der Vergleich gezogen werden. Schon der Titel “El Shaddai: Ascension Of The Metatron” birgt mehr interessante Elemente als alle Shooter-Titel von 2011 zusammen! Schade, das das (schon fast) psychedelische Action-Adventure nur eine Handvoll Abnehmer gefunden hat. Unsere Kaufempfehlung bleibt dennoch bestehen.

Chell, GLaDOS & Wheatley (Portal 2)

Oh, was für eine Achterbahn der Gefühle! Wie gern hätten wir Wheatley, Chells liebenswerten Begleiter in “Portal 2”, einfach in unser Herz geschlossen – doch “aus großer Kraft folgt große Verantwortung”… ein Charakterzug, den der “intellegence dampener” wohl nicht besitzt. Dass man gerade mit GLaDOS versucht, Schlimmeres zu verhindern, führt zur witzigsten Videospiel-(Dreier-)Beziehung des Jahres.

Batman & Joker (Batman: Arkham City)

Überraschung, Überraschung: Der vielleicht beste, weil interessanteste Bösewicht aller Zeiten und dessen grimmiger, geflügelter Gegenpol befindet sich mal wieder in einer Bestenliste. Wer “Arkham Asylum” geliebt hat, wird auch von “Arkham City” nicht enttäuscht werden, soviel steht fest. Auch die Beziehung der beiden “Soulmates” Batman und Joker wird in der Fortsetzung auf eine neue Ebene gestellt – das überraschende Ende zählt unter Garantie zu den schockierendsten Elementen 2011, ganz klar.

Driver: San Francisco

Moment: Die “Driver”-Serie existiert noch? Sieht ganz danach aus. Nach Jahren vermurkster Sequels meldet sich die rasante Reihe mit einer großartigen Eintrag zurück auf der Bildfläche. Ok, die grundlegende Spielmechanik bzw. Story rund um komatöse Seelenwanderungen, die einen (wortwörtlich) fliegenden Fahrzeugwechsel ermöglichen, ist nicht ganz nachvollziehbar – müssen sie aber natürlich auch nicht sein, denn der Kern bleibt bestehen: Tolle Grafik, tolles Gameplay, tolle Idee! Da kann sich “Need for Speed” eine Scheibe abschneiden, von “Gran Turismo” ganz zu schweigen.

Rage

“Style over Substance”, so das Motto vieler großer Entwickerstudios bzw. Publisher. Das die legendären Programmierer von id Software (u.a. “Quake”, “Doom”) mit “Rage” zwar ein schon fast protziges Exemplar in Sachen Bombast-Grafik veröffentlichten, welches allerdings komplett sinnbefreit, ohne Story und nennenswerten Charakteren im Äther der Durchschnittsspiele herumgeistert – damit hätte niemand gerechnet. Tolle Texturen und Animationen, aber ohne Handlung dann doch langweilig.

Need for Speed: The Run

Mit “Need for Speed: Hot Pursuit” hat EA im vergangenen Jahr gezeigt, das das NfS-Franchise noch lang nicht abzuschreiben ist. Rasantes Gameplay mit überraschend unterhaltsamen Car-Combat-Möglichkeiten, einer grandiose Optik und der neue AutoLog-Online-Funktion, die den Spielspaß noch zusätzlich anheizte, konnten Fans von Arcade-Racern wahre Luftsprünge machen. Mit der ersten Präsentation von “Need for Speed: The Run” wurde dieser Vertrauensvorsprung schnell wieder zunichte gemacht: Nicht genug das in bester “Driver”-Manier Sequenzen ausserhalb der Vehikel integriert wurden, nein, auch verdammte Quick-Time-Events konnten nicht ausgespart werden. Zugegeben, “The Run” bietet zwar ein Rennen quer durch die USA, leider kann aber weder der Spielspaß noch die Abwechslung bzw. Abwechslung des Vorgängers erreicht werden.

Killzone 3

Ui, Space Marines! Grau-Braun-Metallisch-Funkelnde Schlachtfelder voller Ruinen und Lagerhallen! Totalitäre Systeme, die von “entfernt” an Amerikaner erinnernde Truppen (hier besonders schlecht kaschiert: USA? ISA!) gestürzt werden müssen! Beständig laut schreiende Waffenbrüder, die auch zusammen genommen keine vollständige Persönlichkeit ergeben! Das und mehr ist fast jeder Shooter, den die Videospielgemeinde seit Jahren in immer weniger interessanten Variationen vorgesetzt bekommt. Bei “Killzone 3” nützen auch die geringfügig farbenfroheren Szenarien, durch die man sich durchkämpfen muss, kaum etwas. Sicher: Kompetent ist der Shooter, aber es fehlt an Abwechslung und Innovation!

Dead Island

“The Elder Scrolls” meets “The Walking Dead” – das muss doch eigentlich funktionieren. Auch wenn die Umsetzung nicht die allerschlechteste geworden ist, ist das vielsagend betitelte “Dead Island” doch nicht das, was man sich erwartet hat. Nicht zuletzt der mehr als verpatzte Start der PC-Version hat zum eher getrübten Gesamtbild beigetragen. Während man also mit eindrucksvollen Trailern auf das (vermeintliche) Highlight des Jahres vorbereitet wurde, konnte man plötzlich nicht mehr anders, als bei jeder Bewegung die lächerlichen Laufanimationen vor sich zu sehen. Wirklich schade.

Battlefield 3 / Call of Duty: Modern Warfare 3

Schon im Frühling herrschte Krieg zwischen den Fan-Lagern – im Gegensatz dazu wirken die Kampagnen der zwei Shooter-Größen des Jahres fast harmlos. Russen gegen Amerikaner auf der einen, Russen gegen Amerikaner auf der anderen Seite, einmal etwas actionlastiger, einmal etwas realistischer, der Multiplayer-Modus sorgt da wie dort für langfristigen Spielspaß. Auch, wenn es die Fans nicht wahrhaben wollen: Eindeutigen Sieger gibt es im Fanboy-Krieg des Jahres keinen. (Preisfrage: Welcher Screenshot gehört zu welchem Spiel?)

Sonic Generations

Im Prinzip klingt alles so einfach: man nehme “Sonic 3″, eine kleine Portion “Sonic Adventure” (wohl der einzige Sonic-Teil in 3D, der keine Enttäuschung war) und vergisst nach Möglichkeit alles andere, das in den letzten Jahren von Team Sonic auf den Markt geworfen wurde. Warum man so lange auf eine gelungene Fortsetzung des Sega-Helden warten musste, ist wohl vielen ein Rätsel…

Rayman: Origins

Wer war noch gleich dieser “Rayman”? Keine unberechtigte Frage angesichts des immensen Erfolges der “Raving Rabbids”, die zuvor noch die klassische Nebenrolle eingenommen hatten. Abseits der Rabbids-Partyspiele konnte Rayman noch kaum im Jump’n’Run-Segment dauerhaften Erfolg verbuchen, zumindest bisher: Mit “Rayman: Origins” veröffentlicht Ubisoft ein wahres Feuerwerk an grafischer Opulenz und spielerischem Anspruch. Neben schon fast zu Tränen rührenden, liebevoll gezeichneten Animationen wurde besonderer Wert auf Humor – ja, Humor! – gelegt, was heutzutage kaum ein Spiel zusammenbringt. Old-School Plattforming auf höchstem Niveau!

Mortal Kombat

Apropos Old-School: Was Capcom mit “Street Fighter IV” und “Marvel Vs. Capcom” kann, schafft Tobias Boon, aka. “Mortal Kombat”-Guru der ersten Stunde, im Schlaf – nämlich eine legendäre Spielereihe mit einer Runderneuerung wieder in aller Munde zu bringen. Während “Street Fighter” mit hübscher Cell-Shading-Comic-Grafik auftrumpfte, birgt das Remake von “Mortal Kombat” viel Altbekanntes und Gern gesehenes, allem voran natürlich die irre Menge Blut, die die Serie zu dem gemacht hat, was sie ist. Mit großartiger Optik, rasantem und entschlacktem Gameplay sowie eine Story-Modus, wie Ihn das Beat’em Up Genre noch nicht erlebt hat (nämlich interessant!), konnte “Mortal Kombat” seine triumphale Rückkehr feiern. Endlich.

Dead Space 2

Das Horror/Thriller-Segment im Videospielbereich ist recht dünn besiedelt. Das mit “Dead Space” wohl eines der beklemmensten Szenarien (“Event Horizon” lässt grüßen) für einen 3rd-Person Shooter gewählt wurde, steht außer Frage. Der Konvention der Fortsetzung folgend setzt “Dead Space 2” auf mehr Waffen, geringfügig anderes Setting, einige neue Gegnertypen und ein, zwei Neuerungen. Reicht zwar im großen und ganzen aus, um gute Wertugnen einzufangen, Teil drei sollte aber bitte etwas kreativer sein (und nein, kein weiteres Ablaufen der USG Ishimura einbauen).

Uncharted 3: Drakes Deception

Der Vergleich zur Indiana Jones-Trilogie passt: “Uncharted: Drakes Fortune” lässt sich gut mit “Tempel des Todes” gleichsetzen, “Uncharted 2: Among Thieves” in Sachen Gesamterlebnis mit “Jäger des verlorenen Schatzes” und nun eben “Uncharted 3: Drakes Deception”, welches mehr als nur ein paar Verweise auf “Der letzte Kreuzzug” bietet. Natürlich gibt es schlechtere Vorlagen, jedoch erscheint Teil drei der “Uncharted”-Reihe eher als Aneinanderreihung verschiedener, fast unzusammenhängender Action-Set-Pieces. Auch wenn diese noch so gut gemacht sind – Die Story und Charaktere leiden etwas darunter. Hoffentlich wird die sicherlich kommende Fortsetzung kein Indiana Jones 4…

Minecraft

Der Indie-Lego-Baukasten aus Schweden mischt mit Retrografik und echtem Endlosspiel die Spieleindustrie auf. Zusammen mit der Community wird stets an neuen Ideen gearbeitet – ein Konzept, bei dem sich die “Großen” der Branche einiges abschauen können. Das Beste: Nach stundenlangen Sessions erspart man sich das Aufräumen der herumliegenden Steine und kann einfach abschalten… was hätte man als Kind nicht alles für dieses Feature gegeben.

Bastion

Auch wer nichts mit RPGs anfangen kann, sollte Bastion eine Chance geben – wenn schon nicht für das fesselnde Action-Rollenspiel an sich, dann zumindest für das gelungenste Gesamtkunstwerk des Jahres: das Anime-angehauchte Artwork wird von einem Erzähler zum Leben erweckt und dabei von einem Soundtrack untermalt, der mittlerweile vollkommen zu Recht den Weg auf zahlreiche MP3-Player gefunden hat. Wunderschön.

Portal 2

Es hätte schon gereicht, ein paar neue Rätsel hinzuzufügen und man wäre vom Ergebnis nicht (besonders) enttäuscht gewesen. Mit Stephen Merchant als Wheatley hat Valve aber gleich einen der lustigsten Charaktere der letzten Jahre geschaffen und dann noch einen Ko-Op-Modus auf die Beine gestellt, von dem sich andere Spiele mindestens eine Scheibe abschneiden können. Einziger Wermutstropfen: die Fortsetzung enthält wesentlich weniger Kuchen.

Deus Ex: Human Revolution

Elf Jahre nach dem Spiel, dass von manchen Publikationen als bestes Spiel aller Zeiten bezeichnet wurde, bringt Eidos den dritten Teil des Deus Ex Franchise auf den Markt – “Human Revolution” braucht sich dabei nicht vor seinem Vor-Vorgänger zu verstecken. Vor allem im Vergleich mit heutigen Titeln des Genres besticht “Deus Ex” mit seinem nicht-linearen Gameplay und der tiefgründigen Story mit (dem viel zu selten in Spielen vorkommenden) Cyberpunk-Setting. Im Gegensatz zu anderen Fortsetzungen, die dieses Jahr endlich (man werfe einen Blick in Richtung Duke Nukem) released wurden, überzeugt “Deus Ex” auf ganzer Linie.

The Elder Scrolls V: Skyrim

Wer erst einmal angefangen hat, sollte wichtige Termine (Zahnarzt, Hochzeit, Arbeit) in den darauffolgenden Wochen vorsichtshalber gleich mal verschieben. Die lang erwartete Fortsetzung der “Elder Scrolls”-Reihe bietet weit über 200 Quests, zahlreiche Dungeons, Dörfer, Berge, und noch viel (viel viel) mehr, das zum Entdecken und Verweilen in “Skyrim” einlädt. Und natürlich Drachen. Jetzt nur schnell genug zum Controller, bevor jemand anderer das Spiel für sich entdeckt.

Batman: Arkham City

Der Vorgänger glänzte aufgrund seiner kompakten Handlung innerhalb der abgeriegelten Umgebung der Nervenheilanstalt auf der entlegenen Insel Arkham Island. Wie sollte man diese düstere Location also übertreffen? Nun, “bigger is better” dürfte die Devise gewesen sein, Skepsis angesichts eines schwer kontrollierbaren Open-World-Gameplays war angebracht. Doch “Arkham City” kann auch Zweifler bekehren: Mit einer unwirtlichen, zugleich spielerisch einladenden Umgebung konnte eine Atmosphäre erzeugt werden, wie sie in noch keinem anderen Sandbox-Game vorzufinden war. Düster, aber nicht karg; abwechslungsreich, aber nicht überladen präsentieren sich die zu einem Super-Gefängnis umgestalteten Stadtteile Gothams – und alles wirkt wie aus einem Guss. Marodiernde Banden in Hinterhöfen, psychopathische Killer in verlassenen U-Bahn-Tunneln und eine Vielzahl an bemerkenswerten Bossen laden Spieler dazu ein, Stunden über Stunden als dunkler Ritter Recht und Ordnung in die Gesichter aller Widersacher einzuprügeln.

LA Noire

Der Traum einen völlig interaktiven Film zu erschaffen ist beinahe so alt wie das Medium der Videospiele selbst und “LA Noire” ist ohne Frage ein weiterer großer Schritt in diese Richtung. Kaum ein anderes Spiel hat es 2011 geschafft, mit seiner bemerkenswerten Erzählstruktur und unnachahmlicher Atmosphäre den Spieler so tief in das Geschehen zu ziehen. Dabei wird topaktuelle (Motion Capture-) Technologie mit einer künstlerischen Vision eindrucksvoll zu einem runden Ganzen verwoben. Wer jemals wie in den Film Noir-Klassikern in das L.A. der 40er eintauchen wollte, um selbst Kriminalfälle zu lösen, wird wohl keine bessere Gelegenheit mehr bekommen.

Release von Duke Nukem Forever

Mit dem Release von “Duke Nukem Forever” geht die Geschichte rund um den größten Vaporware-Titel aller Zeiten zu Ende und das ist auch leider der einzige Grund, diesem Spiel einen Award zu verleihen. Nach 15 (!) Jahren bekommen die wohl geduldigsten Fans aller Spielefranchises einen Titel serviert, der an schlechter Steuerung und letzten Endes auch daran scheitert, dass man das Alter an vielen Stellen wirklich merkt. Es wurde bereits im Juni genug in Wunden gebohrt, deswegen wäre an dieser Stelle jedes weitere Wort überflüssig…

Der PSN-Hack

77 Millionen (!) PSN Accounts gehackt, beinahe ein Monat PSN Ausfall, 170 Millionen Dollar Schaden… So lautet die Billanz des wohl größten Versagens in der Videospielindustrie 2011. Sony entschuldigt sich und entschädigt alle Betroffenen, ob nun mit gesperrter Kreditkarte oder nicht, mit einem Haufen Gratisgames. Von deren Bekanntheitsgrad profitieren sicher nicht zuletzt Sequels wie “Little Big Planet 2″ und “InFamous 2″. 2011 hat hoffentlich nicht nur für Sony zu einem Umdenken in Sachen Datensicherheit geführt, wie aktuelle Zwischenfälle bei Xbox Live allerdings bitter vor Augen führen ist diese Hoffnung wohl vorläufig vergebens.

Die “Bastion” – Erzählstimme

Dass man 2011 einen Erzähler als revolutionäre Erfindung bezeichnet und deshalb Höchstnoten vergibt, zeigt, dass es noch Aufholbedarf bei der Erzählung in Videospielen gibt. Rucks, ständiger Begleiter in “Bastion”, klärt uns nicht nur über die Handlung auf, sondern kommentiert auch unsere Spielweise – und das Ganze ist so stimmig, dass für etwaige Nachahmer die Messlatte sehr hoch liegt…

Das “Echochrome II” – Spieldesign

Wer hätte gedacht, das Sony Bewegungssteuerungseistüten (=”Move”) tatsächlich mehr zu bieten haben als ihre pure Gimmick-Funktion? Skeptiker, wie sie in der press:play Redaktion zu finden sind, wohl sicher nicht. “Echochrome II” beweist das Gegenteil: Nicht nur das konsequent am Schwierigkeitsgrad der diversen Puzzle geschraubt wurde – das Spielprinzip selbst wurde überholt. Nun muss nicht (nur) über die Verschiebung der optischen Achse (des eigenen Blickwinkels) ein Weg für die Lemmings-ähnliche Figur zurechtgerückt, sondern mittels Licht und Schatten an Lösungen der abwechslungsreichen Rätsel gefeilt werden. Das beste daran: Die Lichtquelle im Spiel selbst ist der Move-Controller!

Resistance 3

Aller guten Dinge sind drei, zumindest was das Entwickerlstudio Insomniac Games anbelangt. Mit “Resistance: Fall of Man” wurde ein sehr guter, wenn auch nicht großartiger Shooter mit Weltuntergangshandlung zum Launch der Playstation 3 produziert, dessen simpel betitelter Nachfolger “Resistance 2” in Sachen Innovation kaum das Wasser reichen konnte. Mit Teil drei kann Insomniac (überraschend!) an die gute Atmosphäre des Launch-Titels anknüpfen: In den von feindlichen Ausserirdischen überrannten USA macht sich ein verzweifelter Widerstandskämpfer auf, das Schicksal der Welt zu retten. Klingt langweilig, wurde allerdings ziemlich ordentlich umgesetzt. Nicht zuletzt dank perfektem Old-School-Gameplay (Health-Packs!), grandios-innovativem Waffendesign, Standard-aber-fesselndem Multiplayer und einiger beispielloser Szenarien bzw. Settings begeisterte “Resistance 3” sicher auch Hardcore-Shooter-Fanatiker.

ICO & Shadow of the Colossus -Collection

Sony hört ja doch auf seine treuen Fans und genervten Kunden, wer hätte das noch gedacht? Auch wenn die schon mit Einführung der PS3 beständig lauten Rufe nach der Abwärtskompatibilität immer noch nicht erhört wurden, so kann der japanische Konzern zumindest vereinzelt mit seinen Entscheidungen goldrichtig liegen. So der Fall bei diesem besonders speziellen Bundle zweier Klassiker: “ICO” und “Shadow of the Colossus”, zwei Spiele, die bei der immer wieder aufflammenden Debatte um Kunst und Games als Referenz herangenommen werden. Innovativ und Einzigartig sind nur die ersten Schlagworte, die dem geneigten Spieler sofort dazu einfallen. Mit etwas zeitgemäßerer Grafik und einigen kleinen Adaptionen darf die Playstation-Gemeinde erneut beide Team ICO-Produkte erleben, um die Wartezeit auf “The Last Guardian” zu verkürzen, besten Dank dafür.

Deus Ex: Human Revolution (alle)

Eigentlich wäre Anwärter Nummero uno für diesen Award natürlich “Rage”, denn was nach den vielen Spielstunden zum Abschluss dort auf einen losgelassen wurde, darf man ohne weiteres als Verarschung betiteln – nämlich (Spoiler) Nichts! Einen Haufen nichtssagender Gegner, die zuvor schon viele Male gekillt wurden, dann einfach innovative Leere. Ganz so dramatisch sind die Endgegner des neuen “Deus Ex”-Teils zwar nicht, angesichts der durchgehend überlegten Spielmechanik darf man als Spieler dann doch etwas mehr erwarten. Auch der PR-Rettungsversuch von Eidos (Bosskampf-Design wurde ausgelagert!) hat da leider nichts genützt – Shame on you!

Trenched (Iron Brigade)

Meine Güte, das dauert! Schon vor Monaten in den Staaten veröffentlicht, befindet sich Double Fines Mech-Shooter/Tower Defense-Hybrid “Trenched” immer noch im rechtlichen Limbo dank eines (fast) gleichlautenden, portugisischen Brettspiels namens “Trench”. Nach langem Hin- und Her wurde schließlich dann doch ein neuer Titel (“Iron Brigade”) gefunden, was zumindest einigen Spielern im europäischen Raum schlussendlich den Download via PSN bzw. XBLA ermöglichte. Österreich wartet aber immer noch (seit November!!), hoffentlich nicht vergebens.

The Last Guardian

2009 war es, als Sony mit dem ersten Trailer von “Last Guardian” auf der E3 für Aufsehen sorgte. Als spiritueller Nachfolger der legendären PS2-Titel “Ico” und “Shadow of the Colossus” wird kaum einem PS3-exklusiven Titel mit dermaßen viel Enthusiasmus entgegengefiebert wie diesem, weshalb es natürlich doppelt schmerzt dass der Releasetermin 2011 wieder nicht geklappt hat. Als der kreative Steuermann Fumito Ueda dann auch noch ankündigt mit Dezember 2011 Sony zu verlassen und der Titel von diversen Vorbestellungslisten gestrichen wird breitet sich geradezu Panik in der Community aus. Sony jedenfalls beschwichtigt und versichert dass es der Titel 2012 zur Releasereife schaffen wird. Wenn man bedenkt wie wenige konkrete Eindrücke Sony bisher veröffentlicht hat sind wir natürlich sehr gespannt auf ein baldiges Informationsupdate.

The Legend of Zelda: Skyward Sword

Mit einem letzten großen Kraftakt schickt Nintendo seine Wii-Konsole in den Ruhestand. Nachdem die glorreiche Vision von Bewegungskontrollen dem begeisterten Gamer in erster Linie das Fürchten vor Minispielsammlungen und Railshootern gelehrt hat, zeigt “Zelda: Skyward Sword” noch einmal eindrucksvoll was dabei herauskommt, wenn Hardcore-Gaming auf Motionbased-Gaming trifft. Mit präzisen Schwertzügen kämpft sich der Spieler durch die Monsterscharen, bisher war das so noch auf keiner anderen Konsole zu erleben. Zelda versucht auch weiterhin eindrucksvoll Nintendos Präsenz in der Konsolenwelt zu rechtfertigen und bot 2011 einen der wenigen Gründe, die Wii abzustauben sowie mal wieder richtig glühen zu lassen.

The Witcher 2: Assassins of Kings

“PC-Gaming ist tot” schallt es Jahr für Jahr von den Dächern – doch begeisterte Spieler, die ihre Grafikkarte jährlich um den Preis einer aktuellen Spielekonsole aufrüsten, haben 2011 einen Titel zu Gesicht bekommen, der die Investition vielleicht doch rechtfertigt: “The Witcher 2″, entwickelt von der polnischen Softwareschmiede CD Projekt, überzeugt vor allem mit unzähligen möglichen Handlungssträngen und einer “erwachsenen” Story, die vor Sex und Gewalt nicht zurückschreckt. Für alle PC-Verweigerer gibt es gute Neuigkeiten: 2012 wird endlich mit der Veröffentlichung auf der Xbox gerechnet.

Call of Juarez: The Cartell

Es ist ja im Grunde nichts gegen übertrieben coole, harte Hauptfiguren und viel Action einzuwenden. Wenn aber die Charaktere schon so übertrieben sind, dass sie unfreiwillig lächerlich wirken und die Action vor allem dadurch besticht, dass Gegner durch (ja, DURCH) einen verdammten Baum rennen können, um sich in Deckung zu begeben, man selbst aber hoffnungslos dagegen anrennt, dann läuft irgendwas gravierend falsch. Willkommen im neuen “Call of Juarez“. Der einzig positive (aber wieder mal unfreiwillig komische) Aspekt des ganzen Spiels: die deutsche Synchronisation! Wenn das der einzige Pluspunkt eines Games ist, dann gute Nacht, da rennt man glatt freiwillig blindlinks in den Kugelhagel und ist froh über den erlösenden Tod, den man im Spiel erleidet. Guter Tip: Nicht neu laden, einfach abdrehen.

Die Redaktionslieblinge von 2011

“…das war ein verdammt gutes Jahr, trotz oder vor allem wegen der ganzen Sequels und Remakes – Hollywood könnte sich hier inspirieren lassen!”

  • The Elder Scrolls V: Skyrim
  • Limbo (PSN)
  • Mortal Kombat
  • God of War Collection Volume 2
  • Rayman: Origins
  • Resistance 3
  • Dead Space 2
  • Batman: Arkham City
  • Portal 2
  • Mass Effect 2 (PS3)

“…das nach 5-jähriger Wartezeit auf Skyrim noch andere Titel im Jahr 2011 in Erinnerung geblieben sind, spricht für die Qualität der Releases.”

  • The Elder Scrolls V: Skyrim
  • Portal 2
  • Minecraft
  • Terraria
  • Football Manager 2012
  • Sonic Generations
  • Super Street Fighter IV AE
  •  Bit.Trip Runner

“…Downloadable-Titel sorgen nicht mehr nur im Indie-Bereich für mehr Abwechslung! Danke!”

  • Portal 2
  • Batman: Arkham City
  • Dead Space 2
  • LA Noire
  • Stacking
  • Payday: The Heist
  • Cave Story+
  • Ghost Trick: Phantom Detective
  • Sonic Generations
  • Back to the Future: The Game

“…als PS3 Neuling aufgrund dringenden Aufholbedarfs dieses Jahr fast nur ältere Titel gezockt!”

  • Enslaved: Odyssey to the West
  • Batman: Arkham Asylum
  • Red Dead Redemption
  • Uncharted 1 + 2
  • God of War 3

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Über den Autor

Aufgabenbereich selbst definiert als: Chief of Operations. Findet “Niemand ist so uninteressant wie ein Mensch ohne Interesse” (Browne) interessant.



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